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Seismische Tomographie (Refraktion/Reflexion) in Ingolstadt

Fachkundig. Gründlich. Effizient.

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Die bauliche Entwicklung Ingolstadts, vom historischen Festungsring bis zu den modernen Industrieansiedlungen im Interpark, hat den Untergrund der Donaustadt nachhaltig geprägt. Die quartären Schotterterrassen der Donau, die in Ingolstadt eine Mächtigkeit von bis zu 8 Metern erreichen können, darüber hinaus die komplexe Überlagerung aus Auenlehmen und tertiären Feinsanden, stellen Planer vor erhebliche geotechnische Herausforderungen. Reflexionsseismische Verfahren und die seismische Tomographie liefern hier ein präzises Bild des Untergrunds, das mit direkten Aufschlussverfahren allein nicht erreichbar wäre. Besonders in den südlichen Stadtteilen nahe der tertiären Hangkante, wo Ingolstadt auf die Molassezone trifft, ermöglicht die Kombination von Refraktions- und Reflexionstomographie eine zuverlässige Erkundung von Schichtgrenzen und potenziellen Auslaugungszonen.

Die seismische Tomographie liefert in Ingolstadt ein kontinuierliches zweidimensionales Geschwindigkeitsmodell des Donau-Untergrunds und erfasst Karststrukturen, die mit Bohrungen allein oft unentdeckt bleiben.

Unsere Leistungsbereiche

Ablauf und Umfang

In Ingolstadt beobachten wir häufig, dass konventionelle Sondierungen an der Grenze zwischen Niederterrasse und Hochterrasse unvollständige Profile liefern – gerade dort, wo die bindigen Zwischenschichten stark variieren. Die seismische Tomographie schließt diese Lücken, indem sie Scherwellengeschwindigkeiten über Tiefen von 30 bis 60 Metern erfasst und als zweidimensionales Geschwindigkeitsmodell darstellt. In Kombination mit einer SPT-Bohrung lassen sich die seismischen Geschwindigkeiten direkt mit Lagerungsdichten korrelieren, was die Aussagekraft beider Verfahren erhöht. Für den Nachweis von Karsthohlräumen, die im Oberjura-Kalksteingebiet nördlich der Donau immer wieder auftreten, ergänzen wir die Tomographie durch den elektrischen Widerstand, um fluidgefüllte von luftgefüllten Anomalien zu unterscheiden. Die Auswertung erfolgt nach den Empfehlungen des Arbeitskreises Seismik der DGGT und unter Beachtung der DIN 19731 hinsichtlich der bodenkundlichen Interpretation.
Seismische Tomographie (Refraktion/Reflexion) in Ingolstadt
Technische Referenz — Ingolstadt

Lokaler geotechnischer Kontext

Die hydrologische Situation Ingolstadts, geprägt vom Donau-Hochwasser und den stark schwankenden Grundwasserständen in der Aue, beeinflusst die seismischen Geschwindigkeiten erheblich: wassergesättigte Feinsande im Baugrund zeigen deutlich verringerte Scherwellengeschwindigkeiten, was die Gefahr von Fehlinterpretationen birgt. Im Bereich der Donauniederung, etwa im Piusviertel oder westlich der Altstadt, kann eine unerkannte Niedriggeschwindigkeitszone in 4 bis 7 Metern Tiefe bei Hochwasser zu Setzungsdifferenzen führen. Der Übergang von quartären Schottern zum Tertiär birgt zudem das Risiko von Auslaugungszonen im unterlagernden Kalkstein, die lokal zu Nachbrüchen führen können. Die seismische Tomographie kartiert diese Risikostrukturen flächenhaft, sodass die Gründung – sei es über Tiefgründungen oder nach einer Rüttelverdichtung der oberen Schichten – gezielt an die Untergrundverhältnisse angepasst werden kann.

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Referenznormen

DIN 19731:1998-05 – Bodenbeschaffenheit – Nutzung von Bodenmaterial, DGGT – Empfehlungen des Arbeitskreises Seismik (AK 2.3) zur ingenieurseismischen Erkundung, DIN EN 1997-2 (Eurocode 7) – Geotechnische Erkundung und Untersuchung, ergänzt durch DIN 4020

Technische Daten

ParameterTypischer Wert
Erkundungstiefe (Refraktion)bis 30-40 m unter GOK bei 120 m Auslage
Erkundungstiefe (Reflexion)bis 80-100 m, je nach Quellsignal
WellentypenP-Wellen und S-Wellen (Scherwellentomographie)
Auflösung horizontalGeophonabstand 2,0 bis 5,0 m
AnregungFallgewicht 5 kg oder beschleunigtes Impulsgewicht
AuswertesoftwareRayfract, ReflexW oder ZondST2D
ZielparametervP, vS, Poissonzahl, dynamischer E-Modul

Gängige Fragen

Welche Tiefe erreicht die seismische Tomographie in den Donauschottern?

Mit einer aktiven Refraktionstomographie und einer Auslage von 120 Metern erreichen wir in den quartären Schottern Ingolstadts typischerweise eine Erkundungstiefe von 30 bis 40 Metern unter Geländeoberkante. Die hochauflösende Reflexionsseismik kann bei entsprechendem Quellsignal Strukturen bis in 80 oder 100 Meter Tiefe abbilden, was für die Erkundung des tieferen Karstsystems im Malm ausreichend ist.

Was kostet eine seismische Tomographie in Ingolstadt?

Die Kosten für eine seismische Tomographie in Ingolstadt liegen, abhängig von Profillänge und Messkonfiguration, im Bereich von 2.690 bis 4.680 Euro pro Messtag. Der Preis umfasst Vorbereitung, Feldmessung, Datenbearbeitung und den ingenieurseismischen Bericht. Bei langen Trassen oder mehreren parallelen Profilen erstellen wir ein wirtschaftliches Staffelkonzept.

Können Hohlräume im Karst mit seismischer Tomographie nachgewiesen werden?

Ja, die Kombination aus Refraktions- und Reflexionstomographie ist gut geeignet, um luftgefüllte Hohlräume im Oberjura-Kalkstein Ingolstadts zu detektieren. Die Auflösung hängt vom Geophonabstand ab; wir empfehlen eine Verdichtung auf 2 Meter im Bereich potenzieller Karststrukturen, um Anomalien ab etwa 0,5 Metern Durchmesser zuverlässig zu erkennen.

Wie lange dauert die Auswertung einer seismischen Messung?

Die Feldmessung selbst dauert je nach Profillänge einen bis zwei Tage. Die tomographische Inversion, Interpretation und Berichterstellung nimmt in der Regel fünf bis sieben Werktage in Anspruch. Bei dringenden Projekten in Ingolstadt bieten wir einen Express-Service mit vorläufigen Ergebnissen innerhalb von 48 Stunden an, sofern die Datenqualität dies zulässt.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Ingolstadt und Umgebung.

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