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Elektrische Widerstandsmessung / VES (Vertikale Elektrische Sondierung) in Ingolstadt

Fachkundig. Gründlich. Effizient.

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Die Altstadt von Ingolstadt ruht auf massivem Jurakalk, doch die historische Bebauung und die Nähe zur Donau schaffen einen komplexen Baugrund, der oberflächlich oft täuscht. Mit der Schürfgruben lassen sich die obersten Meter zwar gut ansprechen, aber für tiefere Aufschlüsse und die Erkundung von Verkarstungen braucht es zerstörungsfreie Methoden. Die Vertikale Elektrische Sondierung (VES) liefert hier genau das Abbild der elektrischen Leitfähigkeit im Untergrund, das wir benötigen, um Mergellinsen von massivem Kalk zu unterscheiden. Gerade in den Hanglagen nördlich der Donau, wo die tertiären Sedimente auflagern, hilft die Korngrößenanalyse in Kombination mit der VES, die Wechselfolgen präzise zu prognostizieren.

Die VES erlaubt uns, den spezifischen Widerstand des Ingolstädter Malmkalkes von wenigen Ohm-Metern bei Tonfüllung bis über 1000 Ohm-Meter im massiven Fels zu differenzieren.

Unsere Leistungsbereiche

Ablauf und Umfang

Ein klassischer Fehler bei Projekten südlich des Hauptbahnhofs ist die Annahme, der Fels sei homogen. Bohrt man ohne vorherige geophysikalische Vorerkundung, riskiert man abrupte Bohrwiderstände und Geräteschäden an scharfkantigen Karstspalten. Eine VES-Messung kartiert diese Widerstandskontraste zerstörungsfrei und deckt tonig verfüllte Dolinen auf, die unter einer trockenen Kruste verborgen liegen. Das Verfahren basiert auf der Schlumberger-Anordnung: Wir injizieren einen Gleichstrom über zwei Stahlelektroden und messen die Potenzialdifferenz an zwei Sonden. Durch schrittweise Vergrößerung des Elektrodenabstands tasten wir tiefere Schichten ab. Für Bauvorhaben, die später eine Tiefe Aushübe erfordern, kombinieren wir die VES-Daten mit den Ergebnissen aus der Sondierung mit Drucksonde (CPT), um die Standsicherheit der Baugrubenwände im geklüfteten Fels verlässlich zu beurteilen.
Elektrische Widerstandsmessung / VES (Vertikale Elektrische Sondierung) in Ingolstadt
Technische Referenz — Ingolstadt

Lokaler geotechnischer Kontext

Vergleicht man das Aubiet im Donautal mit dem Standort der Audi AG auf der Niederterrasse, zeigen sich extreme Unterschiede im Grundwasserleitvermögen. Im Aubiet dominieren sandige Kiese mit hohem Porenwasseranteil und sehr niedrigen spezifischen Widerständen von 20–50 Ohm-Meter. Auf der Niederterrasse hingegen treffen wir häufig auf trockene, schotterige Kuppen mit Widerständen jenseits der 500 Ohm-Meter. Ein VES-Profil quer zur Talachse kann den Grundwasserstauer kartieren, der oft als schluffige Mergelschicht ausgebildet ist. Fehlt dieses Profil, läuft man Gefahr, die Auftriebssicherheit einer Bodenplatte falsch zu dimensionieren oder eine Baugrundinjektion in eine falsche Tiefenlage zu setzen.

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Referenznormen

DIN EN 1997-2 (Eurocode 7) – Erkundung und Untersuchung des Baugrunds, DIN 18134 – Versuch und Versuchsgeräte – Plattendruckversuch, DGGT-Empfehlung Nr. 6 – Geoelektrische Baugrunderkundung

Technische Daten

ParameterTypischer Wert
MessanordnungSchlumberger (Standard), Wenner (optional)
Maximale ErkundungstiefeBis ca. 80 m, abhängig von Auslage (AB/2)
AuflösungsvermögenSchichtmächtigkeit ab ca. 10 % der Tiefe
StromstärkeBis 500 mA, automatisch geregelt
Messpunkte pro Sondierung25–35 Logarithmisch gestaffelt
Normative GrundlageDIN 18134, DIN EN 1997-2
DatenauswertungInversion mit Smoothness-Constraints (Software Res2DInv)
KontaktwiderstandKompensiert durch Salzwasser-Einspeisung an Oberflächenelektroden

Gängige Fragen

Ab welcher Tiefe liefert eine VES in Ingolstadt belastbare Daten?

Die Auflösung beginnt direkt unter der Geländeoberkante, die Interpretierbarkeit hängt vom Kontrast ab. Bei einer Auslage von AB/2 = 50 m erreichen wir eine Erkundungstiefe von ca. 25–30 m. Das deckt die meisten Bauvorhaben im Stadtgebiet ab, wo die Gründungssohle selten tiefer als 15 m liegt.

Stören die Straßenbahn und erdverlegte Leitungen die elektrische Messung?

Ja, vagabundierende Ströme von Bahnanlagen und geerdeten Rohrleitungen können die Potenzialkurve verrauschen. Wir führen vor jeder Messung eine Kalibrierung durch und verlegen die Auslage, wenn nötig, orthogonal zum Störkörper. Stark frequentierte Bereiche nahe dem Rathausplatz messen wir bevorzugt nachts.

Mit welchen Kosten muss man für eine VES-Untersuchung rechnen?

Für ein typisches Baugrundgutachten mit 3–5 Sondierungen und einem interpretierten Profilschnitt bewegen sich die Kosten im Rahmen von €640 bis €1060. Der Preis variiert mit der Zugänglichkeit des Geländes und der erforderlichen Auslagelänge.

Kann die VES zwischen luftgefüllten Höhlen und wasserführenden Klüften unterscheiden?

Eindeutig ja. Der spezifische Widerstand von Luft ist nahezu unendlich, während Donauwasser mit gelösten Karbonaten bei etwa 30 Ohm-Meter liegt. Beim inversen Modellieren zeigt sich eine Luftkaverne als isolierende Anomalie mit einer deutlichen Widerstandsspitze.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Ingolstadt und Umgebung.

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