Die kontinental geprägten Temperaturspannen Ingolstadts – von strengen Frostperioden im Winter bis zu anhaltender Hitze auf den versiegelten Flächen des GVZ im Sommer – setzen Betonfahrbahnen enormen Zwangsspannungen aus. Die Donauauen und quartären Schotterterrassen im Stadtgebiet liefern dabei einen tragfähigen, aber setzungsempfindlichen Untergrund, der bei der Bemessung starrer Fahrbahnen zwingend eine detaillierte Baugrunduntersuchung voraussetzt. Ohne eine abgestimmte Kombination aus CBR-Versuchen im Erdbau und Plattendruckversuchen auf dem Planum lässt sich das Verformungsverhalten der späteren Platte nicht seriös prognostizieren. Gerade in den Erweiterungszonen der Audi-Werkslogistik und auf den Busspuren der INVG treten Lastwechsel auf, die eine rein rechnerische Dimensionierung nach RStO schnell an ihre Grenzen bringen.
Eine starre Fahrbahn in Ingolstadt bemisst sich nicht nur nach Achslasten, sondern vor allem nach den Temperaturgradienten, die im Sommer bis zu 0,08 K/mm in der Platte erreichen.



